Eigentlich hatte ich mir ja vorgenommen, keine Wettkämpfe mehr zu laufen – zumindest nicht so verbissen. Nachdem ich diesen Vorsatz schon im letzten Jahr etwas aufgeweicht habe, wollte ich 2026 bewusst wieder bei ein paar gut erreichbaren Läufen in meiner Umgebung an den Start gehen.
Den Auftakt machte der Pankower Frühlingslauf am 28. März. Gelaufen wird in der Schönholzer Heide, Start und Ziel befinden sich am Paul-Zobel-Sportplatz des VfL Einheit Pankow. Das Angebot ist breit gefächert: von kurzen Strecken für Kinder bis hin zu 12,5 km. Praktisch ist auch die Infrastruktur vor Ort – mit Umkleiden, Aufbewahrung für Wertsachen und sogar Duschen im Vereinsheim. Ich habe mich für die 5-km-Strecke entschieden.
Entgegen der Vorhersage zeigte sich das Wetter von seiner besten Seite: strahlend blauer Himmel mit ein paar weißen Wolken, allerdings am Morgen noch ziemlich kühl. Also die klassische Läuferfrage: Was ziehe ich an? Nach einigem Beobachten der anderen Teilnehmer entschied ich mich schließlich gegen Mütze und Handschuhe – und tatsächlich waren die Hände nach der ersten Runde schnell warm.
Die Strecke führt über feste, trockene Parkwege. Immer wieder stößt man auf Steine, alte Pflasterreste und ähnliches – Spuren aus der Zeit, als die Schönholzer Heide noch dichter bebaut war. Besonders fiese Wurzeln hatten die Veranstalter dankenswerterweise rot markiert.
Nach dem Start fand ich mich schnell ganz hinten im Feld wieder.
Und doch: Es war wirklich ein Frühlingslauf. Die Bäume noch kahl, aber an den Sträuchern zeigten sich schon erste Knospen, und zwischen dem alten Laub blühten kleine lila Blumen – ein schöner Anblick. Eine kleine, fast schon amüsante Szene blieb mir besonders im Gedächtnis: Vor mir ging die ganze Zeit ein älterer Mann im weißen T-Shirt. Er lief nicht einmal – er ging. Trotzdem schaffte ich es nicht, ihn einzuholen.
Nach etwa 1,5 Kilometern wurde ich vom ersten Läufer überrundet, kurz darauf auch von der ersten Frau. In der zweiten Runde fühlte ich mich jedoch weiterhin gut und musste mich noch nicht wirklich quälen. Am Ende wurde ich zwar Letzte, aber mit meiner Zeit bin ich zufrieden. Und vor allem: Es hat Spaß gemacht.
Ich kann den Lauf wirklich weiterempfehlen.
Bericht von Gerda Seydler

